



Rückbau statt Abbruch oder Sprengung
Fa. MB Schornstein- und Betonabbruch GmbH & Co.KG führt schwierigste Arbeiten aus
Ein Beton-Schornstein der entfernt werden soll, mitten in der Stadt, direkt an einer 6- spurigen Hauptverkehrsstrasse, Tram-Haltestelle direkt vor dem Schornstein. Der Schornstein, 100 Meter hoch, Durchmesser von 3,60 – 6,40 Meter, am Rand eines Fabrik- geländes, das Pförtnerhaus mit Publikumsverkehr ist 10 Meter vom Fuß des Schornsteines entfernt. Das ist die Ausgangssituation für den Schornsteinabbruchspezialisten MB aus Memmingerberg mit seinem in Fachkreisen für die Ausführung technisch schwieriger Arbeiten bekannten technischen Leiter Michael Barnsteiner. Die Firma kann auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in Sektor Schornstein-Rückbau zurückblicken.
Der Standort des Schornsteines schloß eine Sprengung von vornherein aus, aber auch herkömmlicher Abbruch mit Zange oder Meißel wäre ohne weiträumige Sperrung der Umgebung nicht möglich gewesen. Es war jedoch nicht möglich, weder für längere Zeit die Umgebung zu evakuieren, noch die Hauptverkehrsstrasse und Tramlinie zu sperren, und die Produktion in der Fabrik stillzulegen schon gar nicht. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der unterirdischen Schächte kam ein Rückbau des Schornsteines mit Auto- oder Hochbaukran nicht in Frage.
So blieb nur ein vorsichtiges Zerlegen der Schornsteinwand übrig, indem Stück für Stück (ca. 4 – 5 m²)abgesägt wurde und im Schornsteininneren zu Boden gelassen wurde und so überhaupt keine Gefährdung nach außen zugelassen wurde. Zur zusätzlichen Absicherung wurde ein Konsolgerüst angebracht und mitgeführt.
Eigens für diese Arbeit entwickelte und baute MB eine Arbeitsmaschine, welche vom Schornsteininnern heraus vertikal und horizontal sägen kann, und gleichzeitig die abzusägenden Wandsegmente an ihrem Ausleger anhängen und damit sichern konnte, um sie nach dem Abtrennen im Schornsteininnern zwischen ihren Teleskopfüßen zu Boden zu lassen und dort abzustellen.
Hierbei konnte MB auf die Erfahrung von bereits vorher entwickelten und eingesetzten Maschinen beim Abbau eines 200 m hohen Schornsteines inmitten des BASF-Werksgeländes, beim Rückbau von zwei 200 m hohen Schornsteinen direkt über einem weiter in Betrieb befindlichen Kraftwerk der ENELPower in Italien sowie bei einem 110 m hohen Schornstein über einem Kraftwerk im Hafen von Würzburg zurückgreifen. Der erste 200 m hohe Schornstein wurde von außen gesägt, die Schornsteine in Italien von außen und innen, der Schornstein in Würzburg nur von innen, jedoch wurden hier die Wandsegmente noch von einem externen Kran weggehoben.
Die Maschine besitzt zwei höhenverfahrbare Auslegersterne mit Teleskoparmen an deren Enden Kernbohrmaschinen Öffnungen aus der Betonwand herausschneiden, in welchen sich die Teleskoparme dann auflagern. Durch die Höhenverfahrbarkeit der Auslegersterne ist die Maschine in der Lage, selbstständig entsprechend Arbeitsfortschritte nach unten zu klettern. Selbstverständlich kann die Maschine in der gleichen Weise im Schornsteininnern vor Beginn der Rückbauarbeiten zur Schornsteinkrone hochklettern. Sie kann aber auch, wie auf dieser Baustelle geschehen, mit Hilfe einer vorher auf der Schornsteinkrone installierten Traverse mit aufgesetzter Seilwinde hochgefahren werden.
Der Schornstein hatte Wanddicken von 0,20 bis 0,30 Meter. Es wurde Segmente mit einer Größe von ca. 4 m² aus dem Schornstein geschnitten und abgelassen.
Zu bearbeitende Fläche ca. 1.500 m².
Der Rückbau des Stahlbetonschaftes erfolgte innerhalb von 8 Arbeitswochen.
Bevor die geschnitten Segmente das Werksgelände verlassen und entsorgt werden konnten, musste der an der Außenseite befindliche PCB-Anstrich entfernt werden.
Die einzelnen Segmente wurden in einem speziell für diese Arbeiten aufgerüstetem Container mittels Hochdruck-Wasserstrahlverfahren gereinigt. Jedes einzelne Segment wurde mit 2500 bar bearbeitet; nach Beprobung und anschließender Freigabe wurden die Platten durch unseren Auftraggeber entsorgt.


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